— 28—
gen, und ich meyne, daß ich damals hoͤchſtens
zwei und zwanzig alt war. Wir befanden uns im Treibeiſe und erzwangen unſere Fahrt nord⸗ waͤrts; da ſprang Sturmwind auf, das Meer thuͤrmte, und nachdem der Sturm eine Woche lang gewuͤthet hatte, war unſere Lage furcht⸗ bar. Nur ſehr kurze Zeit hatten wir Tageslicht, doch war der Nebel ſo dick, daß wir auch da⸗ bei wenig oder nichts ſehen konnten; ſo wur⸗ den wir zwiſchen den großen treibenden Eisſchollen umhergeworfen, begegneten ungeheuren Eisber⸗ gen, die des Sturmes Gewalt daher trieb, ſo daß wir jedesmal nur mit genauer Noth ihnen auswichen; die Takelung des Schiffes war mit Eis beladen; die Schiffsbuge waren damit uͤber⸗ kleidet; die Matroſen waren mehr als zur Haͤlfte erfroren; kein Tau konnten wir durch die Block⸗ rollen ziehen, ohne vorher ſiedendes Waßer hin⸗ durch zu gießen, um ſie zu ſaͤubern. Aber am allerſchrecklichſten waren die langen, grauſenvol⸗ len, gefahrdrohenden Naͤchte, in denen wir auf die Gipfel der Wogen geſchoben, von da hinab in die Tiefe geſtuͤrzt wurden, ohne zu wißen, ob nicht jeder Sturz uns unten gegen das Eis ſchleudern und mit einemmale unſer Verſinken herbeifuͤhren wuͤrde.— Alles um uns her pech


