— 32—
iſt's gut,“ ſprach er, oͤffnete ſein Buͤndel und breitete einen Teppich hinten im Spiegel des Bootes aus. Dann erhob er ſich, blickte nach der Sonne, die ſo eben in ihrer ganzen majeſtaͤtiſchen Pracht aufging, verbeugte ſich mit aufgehobenen Haͤnden dreimal vor ihr, kniete auf den Teppich nieder, beruͤhrte den mehremale mit der Stirne, ſtand wieder auf, nahm einige gewoͤhnliche Feld⸗ blumen aus ſeinem Gewande, warf die in den Strom, verbeugte ſich wieder, legte ſeinen Tep⸗ pich ſodann zuſammen und bat mich, zuruͤck an's Ufer zu rudern.
„Ich halte mein Gebet,“ ſprach er und blickte mich mit ſeinen feurigen, ſchwarzen Augen an.
„Sehr gut; an wen richtet Ihr es?“
„An meinen Gott.“ 1
„Aber weshalb thut Ihr das nicht am Lande?“
„Im Hauſe ſehe ich die Sonne nicht; wenn ich hinausgehe, kleine Jungen lachen und wer⸗ fen mich mit Erde. Wo ich nicht geſehen werde — auf Strom, ſehr guter Plaz.“
Wir legten an, er zog drei Pfennige hervor und bot mir die.—„Nein, nein,“ ſagte ich ablehnend,„ich verlange nicht, daß Ihr Geld zahlen ſollt, um Euer Gebet zu halten.“
„Kein Geld nehmen?“


