Teil eines Werkes 
1. Theil (1838) Der alte Commodore : in drei Theilen / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Peter Simpel," "Ardent Troughton," "der fliegende Holländer" [et]c. ; aus dem Englischen von Dr. G. N. Bärmann
Entstehung
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Der alte Commodore. 5

ſchulterigen alten Gentleman; ſeinen Rücken dem her⸗ einfallenden Lichte zugekehrt; ſeine hohe, kahle Stirn von edler Wölbung, deren Marmorweiße jedoch durch einen tiefgehenden rothen Streifen entſtellt wird, der ſich von ſeinem Scheitel bis zur linken Schläfe zieht, und ſein Ende in einem feſt anliegenden ſchwarzen Pfla⸗ ſter findet, welches die Höhlung bedeckt, worin vormals das Auge geweſen war. Iſt nun auch die Stirn bis zum Wirbel kahl, ſo hat der Hinterkopf, bis an beide Schläfen herum, doch noch eine Fülle von drähtigem, aſchgrauen Haare, das in einen ungeheuer dicken, aber nicht langen Zopf zuſammenläuft, welcher ziemlich plump vermittelſt eines ſchwarzen Bandes gebunden erſcheint. Die Geſichtszüge des alten Herrn ſind vormals ſonder Zweifel beſonders hübſch geweſen; jetzt jedoch zeigen ſie ſich runzelig und wie von mancherlei Tinten gefärbt, von denen einige, wie ich ſchaamerröthend und beküm⸗ mert geſtehen muß, die Wahrzeichen von mindeſtens pe⸗ riodiſcher Trunkfälligkeit ſind. Das dem Alten geblie⸗ bene eine Auge iſt hell, groß, ſchwarz und feurig, und die darüber in Form eines lateiniſchen liegenden S ο) ſich hinziehende Braue, die ſich durch vieljährige Ge⸗

wohnheit des Zornblicks und durch beſtändiges Lugen

durch ein Fernrohr ſo widernatürlich verzerrt hat, ver⸗ leihet jener Region des Geſichtes des alten Herrn ein Ausſehen, das man beinahe fürchterlich nennen kann. Der Mund iſt groß und weiſet ſchöne Zähne, jedoch iſt der Ausdruck des untern Geſichtstheils entſchieden ſinn⸗ lich. In dieſem Augenblicke aber zeigt ſich auf dem Antlitze durchaus nichts Würdevolles, wohl aber Murr⸗ ſinn, faſt Altweibiſches und unzweifelhafte Anzeichen von Krankhaftigkeit.

Fahren wir jedoch fort in Beſchreibung dieſer für