Die Büßung, oder
uns ein neuer und ſeltſamer Anblick dargeboten. Der Wind war günſtig, die Brieſe ſtätig und zur Lenkung des Schiffes war nur wenig Arbeit und Achtſamkeit nöthig. Der Nachmittag gab ſich ſonnig, und das Meer ziemlich ſtill. Dieß Alles war recht gut und näherte ſich dem Schönen. Wirklich war über uns und um uns her Alles heiter und lieblich; jedoch auf den Ver⸗ Decken— welch ein Gegenſatz! Es war als würde ein ungeheurer Käfig voll Dämonen durch die friedlichen Bezirke eines Paradieſes gezogen. Alles in dieſem Kä⸗ ſig lärmte, ſchimpfte und fluchte. In jedem Winkel des Verdeckes ſaß ein Neſt tobender Spieler. Die Mannich⸗ faltigkeit der Spiele war nicht weniger überraſchend. Vom einfachen Paar oder Unpaar“ und dem Hutha⸗ ſchen der Waiſenjungen an bis zum ariſtokratiſchen Pi⸗ kett hinauf war jegliches Spiel in vollem Gange. Die Mannſchaft war zahlreich, wie ſolches gewöhnlich auf Schiffen dieſer Gattung der Fall iſt, und ſo erhielt die Scene eine Lebendigkeit und Buntheit, daß ſie höchſt eigenthümlich und ſonderbar erſchien..
Doch muß ich es dieſer Schiffsmannſchaft zu ihrer Ehre nachſagen, daß weder ihr Wachthabender, noch ihr Mann am Steuer ſpielten; wiewohl ich vergebens um⸗ herblickte, ob ich irgend einen Andern erſchauen möchte, der dieſem verderblichen Zeitvertreibe nicht nachging. Lächeln mußt' ich, als ich ſah, wie dieſe Verehrer For⸗ tunens, wenn ſie um irgend einer Kleinigkeit zu Maſt
beordert wurden, ihre Karten in den Buſen ſteckten,
und ihr Werk flinker betrieben, als wenn ſie durch die Katze dazu gehetzt worden wären, damit ſie nur deſto ſchneller zu ihrem Lieblingsſpiele zurückkehren könnten. Da Alles um uns her ſich mehr oder minder dem Wahn⸗ ſinne des Spieles hingab, bat Honoria in ihrem ſtillen


