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Guter Rath ist Geldes werth : eine Erzählung für die Jugend / von Friederike v. Marées
Entstehung
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Ich könnte es ſein, ſagte der alte König, und dachte an ſein krankes Kind, und ein tiefer Seufzer war die Ant⸗ wort auf die Frage des Weiſen.

Boten wurden ausgerüſtet und ausgeſendet nach Oſt und Weſt, nach Süd und Nord. Sie fanden viele dankbare Herzen, die gerne mehr für das Heil der holden Königstoch⸗ ter geopfert hätten. Sie fanden viele Menſchen mit frohen, lachenden Geſichtern, in elenden Hütten, mit Lumpen umhüllt, in reichen Kleidern, in prächtigen Paläſten und an üppig beſetzten Tafeln. Greiſe und Matronen, junge Ehepaare, Brautleute und Kinder, aber überall, wo ſie glaubten, ein vollkommenes Glück gefunden zu haben, entdeckten ſie auch eine wunde Stelle, und ſie mußten umkehren unverrichteter Sache. Troſtlos kamen ſie heim, troſtloſer wurde der alte König, und immer hinfälliger das kranke Königskind.

Du haſt mich betrogen, eiferte die Majeſtät zornig gegen den Weiſen. Deine Weisheit iſt keine göttliche Kunſt, es iſt eine Kunſt, welche Du Dir im Reiche der Finſterniß, im Dienſt des Fürſten der Lüge erworben haſt. Rathe mir anders, oder Du ſollſt eines ſchmählichen Todes ſterben.

Und wenn ich zehn Tode ſterben müßte! Vermag ich die Geſetze der Natur umzuſtoßen? Kann ich die Gebrechlichkeit und die Unvollkommenheit irdiſcher Zuſtände umwandeln? Iſt mir die Allmacht Gottes verliehen? Bin ich nicht ſelbſt ein armſeliges, ſterbliches Weſen, deſſen Wiſſen Stückwerk iſt? Mit Mühe, durch unabläſſiges Forſchen, iſt es mir ge⸗ lungen, die Natur in ihrem Gange zu belauſchen, hie und da ihr geheimnißvolles Walten verſtehen, manche ihrer Kräfte kennen und verwenden zu lernen. Das iſt, was ich vor