- 296—
Herrn nannte, wie konnte man's mit Haͤnden greifen, daß er von ihm reden wollte! Und um es recht zu fuͤhlen, durfte man nur hinſehen, wie ihm die Thraͤnen in den Augen ſtanden. Und da weinte die ganzen— vom Groͤßten bis zum Kleinſten.“ nialt Jnis „Das iſt meiner Seele wahr,“ brach der Kleine los,. gaber warum weinten denn all⸗ dis— Menſcham wie die Kinder? e chi nacheic „Red’ nicht drein⸗— und das bei all dem harten Her⸗ zen, ſo es leider auch in unſerm Dorf hier giebt! Recht erbaulich aber hat er gezeigt wie wir bei aller Theuerung dennoch dem Himmel zu danken haben und zufrieden ſeyn ſollten; ein Jeder muͤſſe thun, was er kann, Fleiß anwen⸗ den, ſich nachhelfen und dann begnuͤgen. Denn das Un⸗ gluͤck heſtehe nicht im Leiden und Nichtshaben, ſondern im Boͤſesthun. Und das ſind keinesweges bloß huͤbſche Worte; denn alle Welt weiß, daß er ſelber wie ein armer Mann lebt, und ſich den Biſſen Brodt aus dem Munde nimmt, um ihn den Hungrigen hinzugeben; und doch koͤnnte er ſich das Wohllehen beſſer als irgend ſonſt wer ſchmecken laſſen. Ah, ſo erbaut Einem ein Mann die Seele, wenn man ihn reden hoͤrt; nicht wie all die An⸗ dern, richtet Euch nach meinen Thaten, aber nicht nach meinen Worten. Dabei hat er auch zu verſtehen gegeben, wie die Leute, die nicht eigentlich zu den Herrſchaften gehoͤren, ſobald ſie nur etwas mehr, als eben nothwendig⸗ haben, gleichfalls verpflichtet ſind, das Ihrige mit den Nothleidenden zu theilen.“ Hier unterbrach ſich der Redende ſalbſt wie von einem Gedanken uͤberraſcht. Er ſann einen Augenblick, belud


