Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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Erſtes Kapitel.

Es war der zweite Sommer, daß die Felder ſo kuͤmmer⸗ lich lohnten. Was von den fruͤheren Jahren in den Spei⸗ chern uͤbrig geblieben, hatte im vorhergehenden den Man⸗ gel leidlich erſetzt; die Menſchen konnten nicht zur Genuͤge ſich ſaͤttigen, litten aber auch keinen Hunger. Bei der Erndte des Jahres 1628 hingegen, wo wir uns ſo eben mit unſrer Erzaͤhlung befinden, ſah ſich Jeder ſeines Vor⸗ rathes durchaus beraubt. Doch dieſe Erndte, welcher Alles ſo ſehnſuchtsvoll entgegengeſehen, ſtellte ſich am Ende noch duͤrftiger als die vorgehende ein, und daran waren, nicht im Mallaͤndiſchen bloß, ſondern auch in einem bedeuten⸗ den Striche des benachbarten Landes, theils die widerwaͤr⸗ tigen Einfluͤſſe der Jahreszeit, theils in der That die Men⸗ ſchen ſelbſt ſchuld. Die verheerenden Wirkungen des Krie⸗ ges, eben des ſaubern Krieges, deſſen wir oben erwaͤhnt, ſtiegen bald zu ſolcher Hoͤhe, daß in den naͤchſten Umgebun⸗ gen viele Strecken Ackers weniger als gewoͤhnlich den Pflug empfanden, und von den Bauern verlaſſen dalagen; denn ſtatt durch Arbeit ſich und den Uebrigen Brodt zu verſchaf⸗ fen, ſahen ſich dieſe ungluͤcklichen genoͤthigt, es um Got⸗ II. 1