Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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wie Decemberſchweine, denn dann ſind ſie ebenſo gutmüthig, wie unbeholfen.

Der Schulze trat ein, die Blechhaube auf dem Kopfe.

Iſt er da? fuhr Otto ihn an.

Herr antwortete der Schulze,wir haben nicht weit zu gehen brauchen; vor dem äußeren Thor trafen wir ſchon auf Abgeſandte des Rathes, von Frohnknechten begleitet wollt Ihr's von dem Rathsmanne, dem Dietert Hartwig, hören, wie der Roſtorfer Junker durch den Schorn⸗ ſtein aufgeflogen iſt?

Otto ſchlug mit der geballten Hand in die andere und rief im Zorn:das haben die Göttinger mir zum Trotz geſchehen laſſen der Teufel ſoll ſie holen! Herein mit dem Hartwig!

Hört den feiſten, gutmüthigen Mann nur an, Herr; der lügt nicht, er ſchwitzt ſchon von Angſt und Treppen⸗ ſteigen.

Otto erwiderte dieſe begütigende Bevorwortung ſeines Schulzen mit drohendem Blicke, indem er befehlend auf die Thür wies.

Der alte Rathsmann, ein corpulenter, an Bauch und Hängekinn ſchwer tragender Mann, dem die Schweißtropfen auf Stirn und breiten Wangen glänzten, trat, ſeine be⸗ hagliche Geſtalt zur geſchmeidigen Unterwürfigkeit zwingend, über die Schwelle; er war noch einer von den alten Mit⸗ gliedern des Rathes aus der guten, friedlichen Zeit des Herzogs Ernſt, der das Wohlleben ſeines langjährigen Amtes unfreiwillig zur Schau trug. Der Bürgermeiſter ſchien dieſen Mann abgeſandt zu haben, um den voraus⸗