Teil eines Werkes 
1. Theil (1860) Schloss Hardegsen / Hermann von Maltitz
Entstehung
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lirung ſeiner Gedanken bedurfte; er würde aber nie um einen Rath gefragt haben, das hätte ſein eigenwilliger Welfen⸗ ſtolz nicht zugelaſſen, ſondern er pflegte irgend einen Wil⸗ len kund zu geben, und dann zu horchen, was Ranzau ſagte.

So ſaßen ſie auch heute Vormittags beiſammen, wo Breido von der Luſtpartie nach Harſte ſprach und eben, ehe der Schulze den Rathsmann meldete, die Unterhaltung auf den Braunſchweigiſchen Patrizier von Kalm gebracht hatte, der vom Herzoge auf heute zum Ritt nach Harſte eingeladen war und über deſſen finſteren Ernſt und ver⸗ zweifelten Schritt am Würfeltiſche er ſeine Gloſſen machte, nur um Otto auszuhorchen, was es mit der Gnade gegen ihn für eine ſtillere Bewandniß habe.

Was wollt Ihr denn in Wolfenbüttel mit ihm machen? fragte Breido ſpöttiſchihn etwa zum Hofmeiſter des Prinzen Friedrich machen?

Ein jeder echte Edelmann holt ſich ſelbſt ſeine Genug⸗ thuung; haben ihm die Braunſchweiger das Vermögen geſtohlen und Weib und Sohn getödtet, ſo muß er den Spitzbuben ebenſo viel, wo möglich noch mehr wieder nehmen und ein paar Dutzend Hägener abthun, denn auf dem Hagen zu Braunſchweig wohnt das Hauptvolk der Uebelthäter und ihnen ſowol wie den Gerbern gebe ich niemals Pardon.

Ganz recht, Herr; aber der alte Kalm ſieht mir nicht danach aus, auch nur einen einzigen Hägener oder Lohgerber auf die Spitze des Degens nehmen zu können; das Unglück hat ihn zum Greiſe gemacht. Wenn ſeine Tochter nicht hübſcher iſt, als er, ſo laßt ſie mit ihrem Vater die Mänſe

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