ſeiner Tochter Schönheit verhandelt ſein mag. Daß der Vogt den Handel abgebrochen, der Müller gern durch Euren Liebesmuth die wirklich entflohene Tochter wieder in die Gewalt haben und ſie dem Vogte unter des Her⸗ zogs Gunſt und Willen überliefern möchte, glaube ich auch;— ſeht Euch vor, der Herzogin Schutz zu ver⸗ ſcherzen; gegen ihre ſanfte Gewalt iſt auch die rohe Macht des Herzogs oft ohnmächtig;— erſt erfahret, ob das Mädchen Euch oder einen Andern liebt, dann ſucht ſie von der Herzogin zu gewinnen. Ich hörte von unſerem Patrizier von Uslar, der mit im Rathe ſitzt, daß die Her⸗ zogin des Müllers Tochter gewaltſam dem Herzoge ent⸗ nommen und in ihre Gemächer gebracht und mit ſich auf die Reiſe nach Caſſel genommen habe, weil Otto beim An⸗ blicke des Mädchens ſelber in Gluth entbrannt und der Abſicht geweſen ſei, ſeinem Vogte die Blüthe wegzunehmen und ihn dann ſpäter mit der Frucht zu begnadigen.“
—„Ha! Teufel und“———
„Mäßigt Euch“— fiel Roden dem mit geballter Fauſt auffahrenden Helmold würdig in das begonnene Fluchwort,—„die Herzogin iſt ſchon Vielen eine milde Tröſterin geworden, wo ihres Gemahls unruhiger Sinn und ſeine ſchnelle Hand Wunden geſchlagen haben.“—
—„Zur Buhlerin hat er das Mädchen machen wollen?“ begann Tiele Freitag hitzig;—„hat er doch nicht An⸗ ſtand genommen, zwei ſeiner natürlichen Söhne öffentlich als ſein Blut anzuerkennen, den Heinrich von der Linden, und den Johann Worſtenacker, wie er ſie genannt hat und die er ſogar für ſeine Dienſte aufwachſen laſſen will;— welch' eine Schmach für die Herzogin!— Aber


