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Historische Novellen und Erzählungen in Prosa und Versen / von Johann Luft
Entstehung
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Und grüßt das freundliche Himmelslicht, 1 Der Sonne verklärendes Angeſicht;; Das wärmt ihn behaglich, erfriſcht von Thau, Und blickt hernieder, ſo mild und lau.

Und aufwärts ſtrecket der Halm ſich fort, Belauſchend der Lüfte Gekoſ' und Wort, Die um ihn weben im Lispel bald,

Bald ſtürmiſches Athems und mit Gewalt.

Nun prangen die Aehren im Schmuck der Braut, Kornmütterchen treu ſie zuſammen traut, Daß Eine die Andre, ſich neigend, küßt Und liebliches Segens die Füll' erſprießt.

So iſt es, und wer es ſchon angeſehn, Wie wogend die Aehren im Wind ſich dreh'n, Der freut ſich herzlich der Segensſpur Und erkennt die waltende Mutter: Natur.

Lieb' hegend ſie Menſchen und Aehr' umſchlingt Und hin zum herrlichen Ziele bringt. Für keins der Kinder zu hoch ſie thront; Traut feſt auf ſie, die Vertrauen belohnt.

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