— 216—
Und von Gefühlen mancher Art durchdrungen, Für die auch keine Sprache beut das Wort, Wie ausdrucksvoll ſie ſei durch alle Zungen, Riß es zuletzt mich zur Betrachtung fort:
„Es naht, das Auferſtehungsfeſt der Erde, Und jedes Weſen athmet Freud' und Luſt Und drückt es aus in Tönen und Geberde; Doch nur der Menſch iſt klar ſich deß bewußt. Ihm goß der Schöpfer ein den hohen Funken Von ſeinem Geiſt, den regen Aetherſtrahl. O daß Niemand, von Gier des Eiteln trunken, Die Kraft mißbrauchte zu der Brüder Qual!
„Jedoch das Uebel kam zur Welt und lenkte Den Menſchen ab von ſeines Heiles Spur, Und der Begierden frevles Heer verdrängte Bei ihm das Abbild göttlicher Natur.
Da gab der Weiſe, ſie zurück zu führen, Mit hohem Gottesmuth ſein Leben hin. Nicht konnt' es die barbar'ſche Rotte rühren, Durch Prieſterargliſt wüthend, toll und kühn.
„Er ſtarb, ein Ueberwinder, und ſein Leben Iſt fort erhaben über jeden Tod. Du haſt, Allvater, Ewigkeit gegeben


