Es war zu Ende Oktobers 1621, als die Truppen der Ligue und der Union, in gegenſeitigem erbittertem Kampfe begriffen, das Gebiet des Landgrafen von Heſſen, Lud⸗ wig V., trotz des am 2. April d. J. mit ihm abgeſchloſſe⸗ nen Neutralitäts⸗Vertrags, überſchwemmten, und beſonders die Gegend von Umſtadt zum Schauplatz unmenſchlicher Kriegsgräuel machten. Damals fiel die zum thatſächlichen Inhalt gegenwärtiger Novelle erkorene Belagerung vor.
Die Feſtung Otzberg, auf einem im Norden, Weſten, und Südweſten ſteil aufſteigenden, gegen Südoſt und Oſt aber in fortlaufender, etwas geſenkter Hochebene mit ver⸗ ſchiedenen, nach Oſten und Süden ſtreichenden, Gebirgs⸗ ketten verknüpften, urweltlichen Vulkane gelegen, deſſen erloſchenen Krater wahrſcheinlich die Römer zuerſt durch Anlegung eines Caſtells oben mit einem Knaufe verſahen; dieſe Feſtung, ſage ich, welche die nach Nordweſt und Norden ſich weit ausbreitende Ebene, worin Dieburg und Babenhauſen ꝛc. liegen, beherrſcht, mußte natürlich die


