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Belagerten mit friſchem Trank verſorgte, zerſtören ließ?! Sie blieben trotzig und unerſchüttert, wie zuvor. Es mußte, allem Vermuthen nach, noch irgend ein anderer Weg offen ſein, auf dem man ſich mit dem Unentbehrlichen verſehen konnte. Darum ward beſchloſſen, die Burg enger einzuſchließen, und genauer auf deren ganze Umgebung zu achten.
Zu dem Ende kam eine ſtarke Beſatzung auf den von Hainſtadt aus nach Breuberg zu gelegenen Hof, jetzt der Wolferhof genannt, und außerdem ein Bivouak um die Kehle des Bergkopfes, wie ſolche Eingangs bezeichnet iſt. Neuſtadt dicht unten am Fuße, war gleichfalls beſetzt. Aber noch geraume Zeit dauerte die alte Hartnäckigkeit der Burginhaber fort, oder ſetzten dieſe vielmehr, ihrer Pflicht eingedenk, der hartnäckigen Belagerung die ſtand⸗ hafteſte Vertheidigung entgegen.
Jetzt machten die Franzoſen jedoch eine Entdeckung, die ſie auf anderem Wege, obſchon nicht dem der Ehre, zum Ziele führte. In Hainſtadt, das damals noch mehr, als jetzt, dieſen Namen verdiente, indem es faſt ganz im Walde verſteckt lag, bemerkte ein Söldner von der fran⸗ zöſiſchen Beſatzung, daß oft am Abend ein junger Förſter bei ſeinem Quartiergeber, einem angeſehenen Bürger, der zugleich Wirthſchaft betrieb, ſich einfand und bis ſpät in


