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leazzo Visconti, wie wir bereits erzaͤhlt haben, nach Mailand zuruͤck; bald darauf aber unter⸗ nahm er eine Reiſe nach Florenz. Er gab vor, er habe zur Abſicht, dort der Vermaͤhlungsfeier eines ſeiner juͤngeren Bruͤder beizuwohnen; ei⸗ gentlich aber hatte er einen anderen Beweggrund. Er hatte von der Liebe Caſtruccio's zu der Graͤfin von Valperga gehoͤrt; dieſe war ihm als eifrige Anhaͤngerin der Guelphen bekannt; und ſo be⸗ ſchloß er, von jeher der Letzteren bitterſter Feind, alle moͤglichen Kunſtgriffe anzuwenden, die Ver⸗ bindung der beiden Liebenden zu verhindern.— So allein hoffte er, unſeren Helden zu vermoͤgen, aufs neue gegen Florenz feindlich aufzutreten, und ihm zur Erreichung ſeines Lieblingszwecks: der gaͤnzlichen Wertilgung der Ghuelphem, behuͤlflich zu ſeyn. 5
Die Braut ſeines Bruders, des jungen Azzo Visconti, war mit Euthanaſia nahe verwandt, aber ihre Familie hatte ſich laͤngſt ſchon zu den Ghibelinen hingeneigt, und war mit dieſen ver⸗
bannt worden.
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