Teil eines Werkes 
1. Band (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 45—

ward auch der Juͤngling von ihnen auf das Schmeichelhafteſte empfangen. „Ich kann nur wenige Tage in Venedig ver⸗ weilen,“ ſprach Guinigi,„aber ich werde Euch noch einmal beſuchen, bevor ich in meine Huͤtte zuruͤckkehre. Fuͤr jetzt bitte ich Euch, mir zu ſagen, wo ich Euren engliſchen Gaſt, Sir Ethelbert Atawel finden kann. Mit ihm habe ich Geſchaͤfte.“

Beei dieſen Worten trat aus einem entfernteren

Theile der Halle ein Mann heran, deſſen Antlitz zu den, von der Sonne verbrannten Geſichtern, und den ſchwarzen Augen der Italiener, einen auffallenden Contraſt bildete. Blondes Haar umwallte ſeine edle, ſinnende Stirn, und aus ſei⸗ nem blauen Auge ſtahl ſich eine Thraͤne, als er ſich ſeinem alten Freunde naͤherte:„Du vergaßeſt meiner alſo nicht?“

„Nimmer— nimmer!“ rief Guinigi mit be⸗ benden Lippen. Die Herzen der Wiedervereinigten wollten faſt uͤberſtroͤmen. Sie nahmen Abſchied von der Geſellſchaft, und ſtiegen hinab zu der Gondel,

3