Teil eines Werkes 
2. Band (1839)
Entstehung
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6 Krabbe in ihrer Wahl ſchwanke. Der letztere war unbeſtreitbar ein ſchoͤner junger Mann, dazu reich, von gutem Hauſe und nach der Meinung Vieler, ein Guͤnſtling des Koͤnigs. Dieſer, wel⸗ cher von ernſten und anſtrengenden Geſchaͤften gern auf eine Stunde ausruhete, ließ ſich des Junkers Geſchwaͤtz3oft gefallen und hoͤrte ihm gern zu, wenn er ſeine Anecdoten erzaͤhlte und ſeichte Witze vor⸗ brachte; ſo galt denn Junker Tage Krabbe fuͤr

ſeinen Guͤnſtling, obgleich er es in der That nicht

K

war.

Als Tycho von ſeiner ſchweren Krankheit geneſen war und der Kampf auf's Neue in ſei⸗ nem Innern begann, ſagte er ſich, daß ein Zuſtand wie der ſeinige auf die Laͤnge nicht zu ertragen ſei, und beſchloß, die Entſcheidung ſeines Schick⸗ ſals durch eine Erklaͤrung ſeiner Liebe gegen Liuva bei der erſten guͤnſtigen Gelegenheit herbei zu fuͤh⸗ ren. Er fuͤhlte ſich wohl ſtark genug, einen großen Schmerz ertragen zu koͤnnen, allein dieſes Zerren an ſeinen heiligſten, tief innerſten Gefuͤh⸗