Schoͤnheit, bald durch die Erweckung einer ſeiner Seele bis dahin fremden Leidenſchaft, der Eiferſucht. Denn wenn ſie ihm gleich die groͤßte Achtung und Aufmerkſamkeit bewies; wenn ſie gleichſam an ſeinen Lippen hing, ſo oft er ein wiſſentſchaftliches Geſpraͤch mit ihr anknuͤpfte; ſo hatte ſich doch auch ihr Vetter Tage Krabbe nicht uͤber ſie zu beklagen, und oft brach ſie, wenn ſie zu bemerken glaubte, daß dieſer ſich bei ihren ernſten Geſpraͤchen mit Tycho lang⸗ weilte, dieſe ploͤtzlich ab, um ein anderes anzu⸗ knuͤpfen, das ſeiner Neigung und ſeinen beſchraͤnk⸗ ten Ideen mehr zuſagte; ja oft nahmen dieſe Unterhaltungen einen ſo frivolen Charakter an, daß Tycho ſich mit Unwillen davon abwandte und tief verletzt das Gemach verließ.
Bemerkte Liuva aber, daß er ihr zuͤrne oder nur unzufrieden mit ihr ſei, ſo lenkte ſie ſchnell wie⸗ der ein, und ſie, die eben noch uͤber eine frivole Anecdote ihres Vetters, uͤber die Erzaͤhlung ſeiner nicht immer ſittlichen Pariſer Abentheuer gelacht


