Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
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Im heitern Kreiſe ihres Hauſes, wo ſie als glückliche Mutter, von einem vollen rei⸗ chen Kranze blühender Kinder umgeben, ſtill freundlich waltete, von der ganzen Nachbar⸗ ſchaft geehrt und geliebt, iſt ſie die Freude und der Stolz ihres wackern Mannes, und nie hat auch nur der Schatten eines Makels ihren guten Namen berührt.

Niemand hat eine Ahndung davon, wem ihr äͤlteſter Sohn eigentlich das Leben verdankt, er iſt und bleibt der Liebling beider Eltern, be⸗ ſonders aber hängt Anton mit wahrhaft rühren⸗ der Liebe an dem ſchönen Knaben, in welchem er das vollkommene Ebenbild des geliebten früh verlornen Bruders, dem er alles verdankt, wieder aufblühen ſieht, und deſſen Andenken mit einer Art Schwärmerei heilig hält, die man dem heitern, rüſtigen, praktiſch⸗tüchtigen Manne kaum zutrauen ſollte.