Teil eines Werkes 
1. Abtheilung (1829) Der Frühling / von Friedrich Schmitthenner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

19

42.

Noch war kein Schmerz, noch wühlten ſcharfe Und grimme Reu' nicht durch des Menſchen Bruſt, Des Schickſals Schrecken waren ihm verborgen, Die dunkeln Graun des Todes unbewußt. Weh' uns, verſchwunden ſind die goldnen Tage Der friedevollen Unentſchiedenheit; Nur in der dumpfen halbverſcholl'nen Sage Verblieb ein Nachhall ihrer Seligkeit.

43.

Die frei auf Haiden ihre Heerden führten Vereinte nun des Staates ſchöner Bund, Und als die Kräfte zündend ſich berührten, Ward alles Göttliche des Herzens kund, Und als die Menſchheit in ſich ſelbſt gefunden, Was himmliſch iſt und wahr und gut und ſchön, Da war der Götter ſtolzes Reich verſchwunden, Verödet ſtanden des Olympos Höh'n.

44. Wohl ſagten Prieſter, daß ſie droben thronten; Allein im Weltlauf ward es offenbar, Daß ſie das Haupt des Schuldigen verſchonten, Indeß der Edle Ziel des Zornes war.

Sorgen

y⁴