Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Ach nein, Durchlaucht, rief die Köchin,er hat nur keine Courage; er kann recht gut deutſch, er iſt ja gar kein rechter Türk, ſondern der Schuſtergeſelle Bla⸗ ſius Bundſchuh von Haidhauſen, mein Hochzeiter, der mir vor zehn Jahren durchgebrannt iſt!

Und den hat Sie ſich glücklich wieder eingefan⸗ gen? lachte der Kurfürſt.Das nenn' ich ein treues Gedächtniß und eine ausdauernde Liebe! Und nun will Sie ihn wohl für immer behalten, und ich ſoll Ihr da⸗ zu behülflich ſein, den Ungetreuen dazu zu zwingen?

Ach nein, Durchlaucht, rief Staſi.Das iſt es auch nicht! Der Blaſi möcht' ſchon bleiben und mich heirathen; aber der Kanzleibot' von Eurer Durchlaucht, der Stelzenhuber Durchlaucht werden ihn ja kennen es iſt der alte, garſtige Menſch mit der rothen Naſe

Richtig, ſagte Max Emanuel mit ſteigendem Vergnügen,ich bin ſo glücklich, mich der rothen Naſe zu entſinnen. Was iſt's mit dem Manne?

Ja, ich kann gewiß und wahrhaftig nichts dafür, fuhr Staſi verſchämt fort,aber der ſchieche Ding, der Stelzenhuber hat ſich in mich verliebt und iſt mir nachgegangen, und weil ich ihn hab' abfahren laſſen, hat er im Zorn den Blaſi verklagt, und jetzt will ihn der Stadtrichter einſperren und will ihm den

Proceß machen laſſen, weil er ein Türk worden iſt. Schmid, Die Türken in München. II. 16