Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

225

verwundet gelegen und dabei der Sprache wohl kundig geworden war.Das iſt ein ſonderbarer Inhalt, ſagte er.Es heißt: Die Roſe iſt ſchöner als die Nelke, und dann wieder: Bewahre ſie, und: Sei mir gegrüßt!

Unſinn, rief Max Emanuel.Oder ſollte ſich ein anderer Sinn dahinter verbergen? Sollte es eine Art Geheimſprache ſein? Wohlan! Monſieur Benoit, will Er etwas thun, was mich vielleicht zur Erleich⸗ terung Seines Schickſals bewegen könnte, ſo geb' Er mir die geheime Deutung dieſer Worte!

Ich muß darauf verzichten, entgegnete dieſer finſter.Ich weiß nichts von dieſem Zettel und weiß nicht, wie er in meine Taſche kam.

Da kann ich Durchlaucht aus dem Traum helfen, ſagte Millauer, der ſchon beim Beginn der Unter⸗ redung aufmerkſam geworden und näher getreten war. Er erzählte, wie es ſich mit den Zetteln und ihrer Verwechslung begeben, und überreichte den echten, den er in der Taſche ſeines braunen Rockes noch immer getreulich mit ſich trug.

Nun, das muß ich geſtehen, ſagte Max Emanuel mit flüchtigem Lächeln,mit der Türkenaufſicht ſcheine ich bei Ihm auch an den unrechten Mann gekommen zu ſein! Er hat ſolche Neuigkeiten in der Taſche, ſtatt ſie mir zu melden! Aber was iſt der Inhalt?

Schmid, Die Türken in München II 15