Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Hinter den Drahtgittern derſelben hervor ertönte ein eigenthümliches leiſes Rauſchen, manchmal von dem hallenden, unverſtandenen Rufe einer kräftigen Männerſtimme unterbrochen: es war das Brauhaus, wo die Brauknechte die braune Flut mit mächtigen Stangen rührten, damit ſie eher verkühle, während andere die Zahl der Eimer angaben, welche in die große, bereits zu einem neuen Sud vorbereitete Pfanne gegoſſen wurden. In nächſter Nähe geſehen mochte die Täuſchung wohl verſchwinden; aber von fern hörte ſich's an, als ob Nixen oder Nymphen im heimlichen Walde in einer verſteckten Quelle plätſcherten und vom Gebirge herab der Ruf eines lauſchenden Satyrs er⸗ tönte, der einen Schrei der Freude und des Wohlge⸗ fühls ausſtieß.

Die Thür zur Zechſtube ſtand weit offen und ließ die einfachen, aber mit Sorgfalt blank geſcheuerten Eichentiſche erkennen, welche ſich mit ihren gewundenen vier Beinen ſo mächtig ſpreizten, als ſei das gläſerne maſſive Salzfaß, das auf jedem ſtand, eine Laſt, die ſie kaum zu tragen vermöchten. An den Wänden hin und zwiſchen den Tiſchen ſtanden Bänke von gleicher Art, durch keine Lehnen geſchieden, ſodaß die Rücken der darauf Sitzenden an einander eine willkommene gegenſeitige Stütze und einen bequemen Ruhepunkt finden