Teil eines Werkes 
5. Band (1869)
Entstehung
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prägte ſich der Zuſtand ſeines Gemüthes aus. Die Farbe des edel geformten Angeſichts war merklich ver⸗ blichen, als ob ein Schatten der vergangenen Tage darauf zurückgeblieben; die kurze Zeit hatte ihn ernſter und männlicher ausſehend gemacht. Er glich einem jungen, ſchöne Zukunft verheißenden Baume, welchem der Stab, den ſorgende Vorſicht ihm beigegeben, ent⸗ riſſen wurde, noch ehe der Stamm genug erſtarkt war, um den Stürmen widerſtehen zu können, welche über ihn hinbrauſten, die Krone faßten und den Stamm beugten; die Geſundheit des eigenen Wuchſes und die Feſtigkeit der Wurzeln allein war es, was ihn auf⸗ recht zu halten und vor dem Brechen zu bewahren vermochte.

Der Fürſt war am Nachbarhofe mit aller erdenk⸗ lichen Auszeichnung und Zuvorkommenheit empfangen und behandelt worden. Man befliß ſich, ihm zu zeigen, welchen Werth man auf ſeinen Beſuch legte und welche noch größere Folgen man von demſelben erwartete. Ohne Scheu und mit wohlgefälligem Nachdruck ließ man ihn daher in das ganze Räderwerk und Getriebe des Staatsweſens blicken, wie es dort ſeit Jahrhun⸗ derten in hergebrachter Weiſe gehandhabt wurde. Man hoffte, die Klugheit des Baues, die Sicherheit der An⸗ ordnung, die bisher immer eingetroffene Gewißheit des