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machten verſehen laſſen. Die hieſigen Behörden werden vielleicht nicht umhin können, ihm zu entſprechen.“
„Zur Ehre dieſer Stadt glaube ich das nicht“, rief Primitiva.„Ich will mich dem Gerichte vorſtellen, ich will ihm ſagen, daß er die Vormundſchaft über mich nur aus dem Grunde wünſcht, um die Verwaltung meines Vermögens zu erlangen. Sie ſollen mich ſehen und hören und urtheilen, ob ich wahnſinnig bin.“
„Es iſt immerhin ſchlimm genug“ ſagte Riedl;„in unſerm Lande beſteht leider ein Geſetz, welches dem Familienoberhaupte in adligen Geſchlechtern eine Art von Vormundſchaft über die Frauen einräumt. Es iſt ein Geſetz, das ſchon ſeit ein paar Jahrhunderten ver⸗ altet iſt, auch ein Stück jener Vernunft, die, um mit Goethe zu reden, zum Unſinn geworden iſt, eine Art Folterinſtrument, das man nicht mehr gebraucht, deſſen Gebrauch vielleicht nicht mehr für möglich gehalten wird, das aber doch noch vorhanden und in der Rüſt⸗ kammer aufbewahrt iſt, wenn es einem Folterknechte einfallen ſollte, ſich ſeiner bedienen zu wollen.“
„Aber ſo rathe lieber“, ſagte Friedrich,„ſtatt Deine Bedenken aufzuzählen! Gewiß iſt nur das Eine, daß das Fräulein in die Schlingen dieſes Elenden um keinen Preis fallen darf. Wir wollen an das Land zurück! Noch haben wir Zeit. Wir wollen mit einander fliehen!“
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