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„Ich danke Ihnen“, ſagte ſie nach einiger Zeit, ſich erhebend.„Ihre Nachricht hat mich ſchon geſtärkt. Ich werde bald wieder die Alte ſein. Sagen Sie mir nur mehr! Sagen Sie mir Alles, was Sie wiſſen! Darf ich es wirklich glauben, daß Friedrich geſund, frei und außer Gefahr iſt?“
„Es iſt, wie ich geſagt habe. Sie können außer Sorge ſein. Ich weiß es von ihm ſelbſt— er hat mir geſchrieben.“
„Er hat Ihnen geſchrieben?“ rief ſie jammernd. „Ihnen und nicht mir, ſeiner Mutter? O dann iſt doch irgend etwas da, was verborgen werden ſoll; ſonſt hätte er gewiß ſeiner Mutter geſchrieben, und nicht—“
„Nicht einem Fremden, wollen Sie ſagen“, entgeg⸗ nete Riedl, da ſie ſtockend innehielt, in gelaſſenem Tone.„Geniren Sie ſich nicht, Frau Räthin, aber vergeſſen Sie auch nicht, daß ich für Ihren Sohn kein Fremder bin. Vielleicht hat er eben jetzt mehr als jemals eingeſehen, wie ſehr ich ſein Freund bin, und hat gerade deshalb an mich geſchrieben. Auch beſtehen noch andere Gründe dafür. Er muß wünſchen, daß für den erſten Augenblick ſein Aufenthalt unbekannt bleibe. Briefe an Sie könnten wider Willen auf die Spur führen; an mich können ſie auf geheimem, unver⸗ dächtigem Wege kommen.“
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