höchſte Pflicht, es handelt ſich vielleicht um das Wohl und Weh von Tauſenden—
„Da wäre es unrecht, Dich aufzuhalten“, ſagte die Räthin.„Geh denn mit Gott und komme wohlbehalten wieder. Du wirſt Dich umkleiden wollen— ich gehe Dir Deine Sachen zurecht zu machen—“
„Ich bitte darum, Mutter, aber ſchnell, ſchnell!“
„Und ohne daß Du etwas genoſſen, laſſe ich Dich auch nicht fort“, fuhr die Räthin weiter, indem ſie verſchiedene Schlüſſel zuſammenlas.„Einen Becher warmen Wein mußt Du mir trinken, der iſt bald
fertig!“
„Alles, was Sie wollen, Mutter“, rief Friedrich der Davoneilenden nach,„aber nur ſchnell! Ich ſollte ſchon lange unterwegs ſein, aber es war nicht möglich, durch das Gedränge zu kommen.“
„Ich habe alſo keinen Grund, um Dich beſorgt ſein zu müſſen?“ fragte Ulrike und ſchmiegte ſich, da nun beide allein waren, zärtlich an den Geliebten.„Die Reiſe iſt vollkommen gefahrlos und Du kommſt bis morgen wieder?“
„Gewiß, meine Theure. Ich komme bald zurück um mich nie mehr von Dir zu trennen und Dir auch den Schleier zu lüften, der über dem Geheimniſſe dieſes Abends liegt.“


