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lerin fehlte natürlich nicht, und Kordel hatte nicht geruht, bis auch der biedere Vetter Krautmeiſter vom Nymphenburger Schloßgarten hereingeholt worden war. Die Kanzlerin, ſelbſt tief gerührt, küßte die weinende Braut und ſteckte ihr einen prachtvollen Solitär an den Finger.„Unſer Hochzeitsgeſchenk“, ſagte ſie.„Man kann Dir ja nichts geben, Du glückliches Kind, im Hauſe Deines Mannes erwartet Dich ja der Ueber⸗ fluß, aber nimm dieſen Ring immerhin als Andenken!“ Die Krautmeiſterin, die ſich gar nicht zu faſſen wußte über die hohe Ehre, die ihr zu Theil geworden, brachte als Geſchenk ein ſchlichtes Silberkreuzchen an ſchwar⸗ zem Bande.„Ich bin nicht reich“, ſagte ſie.„Was könnte ich Dir geben? Aber das iſt das Einzige, was ich noch von Deiner Mutter ſelig habe, nimm es und heb' es gut auf, es wird Dir gewiß Segen bringen.“
„Jawohl“, rief der Krautmeiſter dazwiſchen.„Und vergiß uns nicht ganz! Baſſom, es freut mich kindiſch, daß ich doch Recht behalten habe mit dem unheimlichen Schwager; ſo iſt unſer Reh doch noch glücklicherweiſe in das rechte Gehege hineingekommen.“
„Nun kommt doch wohl einmal die Reihe an mich“, ſagte Grünwald, indem er Kordel aus den Umarmungen der Baſe befreite und ein hübſches Etui mit goldgefaßten Ohrringen aus roſenrothen Korallen


