beachtete und deſſen Werth und Bedeutung erſt jetzt, da er fehlte, bemerkt und vollkommen gewürdigt wurde;
die Lücke zeigte erſt vollauf, was an ihm verloren
war.
Deſto mehr ſtach es gegen die faſt kloſterhafte Stille des Hauſes ab, daß durch einen nicht ſehr hohen, aber anſehnlichen und wohlgebauten Saal eine ſingende Stimme ſo voll und friſch ertönte wie die eines Vo⸗ gels, der im Vollgefühl ſeiner Freiheit vom Zweige des Baums herniederſchmettert, den er für ſein eigen hält, weil er ſein Neſt in denſelben eingebaut hat. Es war ein junges Mädchen, deſſen ſchlichte Arbeits⸗ tracht an jene erinnerte, wie ſie in den Bergen des bairiſchen Hochgebirges üblich iſt. Die Sängerin war dabei nicht müßig, ſie führte einen Beſen in kräftiger Hand und war emſig bedacht, den Boden des Saales von dem letzten Stäubchen zu befreien, das bei der früheren Säuberung etwa überſehen worden war.
Der Saal war feſtlich geſchmückt und hatte ein eigenthümliches Ausſehen. Auf einer kleinen Eſtrade war ein Tiſch aufgeſtellt, mit blauweißem ſilberbefranz⸗ tem Ueberhang bedeckt, auf welchem Bücher, Schriften und allerlei gelehrte Werkzeuge, wie Erd⸗ und Himmels⸗
kugeln, Landkarten, Meßinſtrumente und phyſikaliſches
Geräth, aufgehäuft waren; daneben zu beiden Seiten


