Teil eines Werkes 
1. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

214

So wie er eintrat, ſchwieg Alles, er aber ſetzte ſich mit großer Gravitaͤt auf die beßte Bank neben der Wirthin, einer anderen alten Frau ge⸗ genuͤber, welche, nachdem ſie ihm die Hand ge⸗

kuͤßt hatte, ihre Blicke gar ehrfurchtsvoll auf die

ſeinigen richtete. Nachdem der Moͤnch Platz ge⸗ nommen und ſeine Cigarre angezuͤndet hatte, be⸗ gann er ſofort in einem pathetiſchen Tone ſich ge⸗ gen das unmaͤßige Trinken auszulaſſen, ein Sig⸗ nal fuͤr Manuelita, der Tochter des Gaſtwirths, eine Flaſche Wein herbeizuholen. Er dankte ihr, indem er ihr die Wange klopfte, welche Freund⸗ lichkeitsbezeigung die Wirthstochter ſich anfangs nicht gefallen laſſen wollte, ſie ſchien ſich indeß zu beſinnen, erfaßte ehrfurchtsvoll ſeine Hand und druͤckte einen Kuß darauf.

Anton, mit dem ich anlangte, war von Manue⸗

lita mit einer Umarmung empfangen worden, von

der ſie glaubten, daß ſie Niemand bemerkt habe. Er trat jetzt, nachdem er ſein Maulthier abgeſat⸗ telt hatte, in die Halle, und begruͤßte die Geſell⸗ ſchaft mit der ihm eigenthuͤmlichen Freimuͤthigkeit, nicht achtend der unwilligen Blicke, die ihm der Franziskaner zuwarf. Darauf legte er ſeinen wei⸗ ten Mantel ab, und zeigte die andaluſiſche Tracht in ihrer ganzen Vollkommenheit. Ein Netz um⸗ ſchloß ſeine ſchoͤnen ſchwarzen Locken und hing ihm