Sohn anzuflehen, deſſen jugendliche Unerfahrenheit doch ſeinem Vergehen zur Entſchuldigung dienen muͤſſe.— Statt aber ihrer Bitte zu achten, ver⸗ ſchlang der ſchaͤndliche Dunier ſie mit ſeinen Augen, denn ſeine buͤbiſche Bruſt hatte bereits ein ganz anderes Gefuͤhl, als Mitleid, zu naͤhren begonnen; er weigerte ſich nicht nur ihr Verlangen zu erfuͤl⸗
len, ſondern behauptete ſogar, er muͤſſe ſofort die
Befehle in Ausfuͤhrung bringen, die er von dem
Gouverneur erhalten zu haben vorgab. Und waͤh⸗ rend ſie noch immer in ihrer knieenden Stellung
beharrte, die Haͤnde flehend zu ihm empor geſtreckt,
ging er, ſich an ihrer Herzensangſt weidend, gleich⸗
guͤltig im Zimmer auf und ab.“
„Plöͤtzlich hemmte er indeß ſeine Schritte, er⸗
faßte ihre Hand und ſprach:„dieſe knieende Lage, mein Kind, ziemt ſich nicht fuͤr ein ſo reizendes Geſchoͤpf, als Du biſt.— Komm, ſteh' auf, ſetz Dich hier neben mich, und laß uns mit mehr Bequemlichkeit von der Sache reden, die in der
That ſchwierig zu beſeitigen iſt. Was aber koͤnnte die Schoͤnheit nicht erlangen? Sie vermag in der
That Alles— Alles. Komm, trockene Deine Thraͤ⸗ nen, die Liebe mag kein weinendes Geſicht. Gieb mir dieſe kleine Hand, die es traun werth waͤre, das Scepter unſeres Kaiſers zu fuͤhren.“
„Dorothea, welche trotz ihrer Argloſigkeit den⸗


