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Sie bemühte ſich nun, ſich zu überreden, daß ſte ihn völlig verſtehe, daß ſie auf alle jene glänzenden Erwartungen von Glückſeligkeit, die ſie fruͤher genahrt hatte, ruhig Verzicht geleiſtet hätte; und daß ſeine Achtung, ſeine Freundſchaft ihr genügen würde.„Dieſe Gefühle hegt er füͤr mich,“ ſprach ſie oft zu ſich ſelbſt,„er muß ſie hegen, und ich bin glücklich, ich muß glücklich ſeyn!—“ Thränen aber waren keine Zeichen von Freude, und Thranen rollten bei ähnlichen Selbſtgeſprächen jedesmal über ihre Wangen hinab.
Der Kampf, den ihr Herz ſo in der Einſam⸗ keit beſtand, war aber dennoch nicht völlig unbe⸗ merkt geblieben; die mütterliche Zärtlichkeit der Gräfin für die liebenswürdige Anverwandte, hatte jene längſt das Geheimmß bemerken laſſen, welches Lady Mary in verſchwiegener Bruſt zu bewahren glaubte. Hätte es von der Gräfin abgehangen, ſie würde keinen größeren Wunſch gehegt haben, als ihren theuren Osmond mit ihrer jugendlichen Freundin vereint zu ſehen.


