dazuſtehen— ohne ein Weſen das Theil an
Ihnen nimmt,— mit der Erinnerung, daß Sie einſt einen Freund beſaßen, deſſen Werth Sie nicht eher ſchätzten, als bis Sie ihn von ſich geſtoßen hatten.“
„Ach, ich bin ſehr unglücklich;“ ſeufzte Os⸗ mond, denn er kannte ſeinen Fehler nur zu gut, und oft hatte er in Stunden ruhiger Ueberlegung bedacht, daß wenn er ſeine Leidenſchaftlichkeit nicht bekämpfe, er ſich in unabſehbares Elend ſtürzen wuͤrde. Die Erinnerung an Lady Mary's nachſichtsvolle Freundſchaft linderte indeß ſeinen augenblicklichen Schmerz:„Was mir aber auch begegnen mag,“ fügte er hinzu,„ein Weſen wird mich dennoch nicht verlaſſen, eine freund⸗ ſchaftlich geſtimmte Seele mir übrig bleiben.“
„Ich kenne,“ nahm Greville wieder das Wort, „wenig junge Männer, mehr geeignet als Sie, ſich Freunde zu erwerb en; ſie ſich aber zu er⸗ halten erfordert ein Benehmen, mit dem Sie,
wie ich fürchte, nicht ganz vertraut ſind.“ Oemond. II. Band. 2


