Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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Er ſchwieg. Emilie ſaß ſtumm und bewe⸗ gungslos daz ihr Auge war ſtarr, und Thraͤnen rollten uͤber ihre todtenbleichen Wangen hinab; ſie war nicht Herrin ihres Schmerzes genug, als daß ſie ihren Zaͤhren haͤtte gebieten koͤnnen.

Harley fuhr fort:Was keine Veraͤnderung meiner Lage, keine Reihe von Jahren bewirkt haben wuͤrde, ward in einer einzigen kurzen Stunde durch die Worte Deines Vaters herbeigefuͤhrt. Nicht laͤnger darf ich auf Deinen Beſitz hoffen ja, ich muß aufhoͤren ihn zu wuͤnſchen.

Ein ſchwerer Seufzer entſtieg bei dieſen Wor⸗ ten Emiliens Bruſt. Als Harley aber hinzu⸗ fuͤgte:ja, ich beklage, daß Dich je mein Auge ſchauen mußte! kannte ihre Gemuͤthsbewegung keine Graͤnzen, und ihre thraͤnerfuͤllten Blicke zum Himmel emporhebend, rief ſie mit furchtbarer Kraft:Gott, Gott, ſo elend bin ich!

Was ſollen Deine Worte bedeuten, Emi⸗ lie? fragte Harley,kannſt Du den Sinn der meinen ſo ganz mißverſtehen und glauben, daß ich Dir Vorwuͤrfe machen wollte. O, theure, noch immer geliebte, liebenswuͤrdige Emilie, kraͤnke durch einen ſolchen Gedanken den nicht, den Du