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Unſer Arenzen war demnach genöthigt, um ſich zu ernähren, allerlei kleinere Gegenſtände in ſeiner Werkſtatt zu lackiren, oder zu malen. Seine Frau war jung und hübſch, ſie hatte ihm eine kleine Mitgift zugebracht, welche ihn in den Stand ſetzte, ſich in ſeiner Wohnung einzurichten, und die zur Ausübung ſeines Geſchäfts nöthigen Dinge anzuſchaffen. Sie lebten ſtill und eingezo⸗ gen und hatten gemeinſam ihre Freude an ihrem einzigen Kinde, einem kleinen ausgezeichnet hüb⸗ ſchen Mädchen von ungefähr ſechs Jahren. Sie kamen faſt nie aus dem Hauſe, den Kirchengang
Sonntags und ein Paar Spaziergänge im Som⸗
mer abgerechnet. Auf den Letzteren führte die Mutter das Töchterlein, langſamen Schrittes ihrem Eheherrn folgend, welcher voranging in ſeinem feſttäglichen Kleide, das lange, ſpaniſche Rohr mit dem vergoldeten Knopfe in der Hand, die Schuhe geſchmückt mit großen blankgeputz⸗ ten ſilbernen Schnallen. 1
So waren ſieben Jahre hingeſchwunden, ru⸗ hig und einförmig, und eben deswegen waren ſie vielleicht dem wackeren Arenzen ſo kurz er⸗ ſchienen. Da ſtörte plötzlich eine ganz unerwar⸗


