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macht, darf ich Sie nicht bitten mir Ihre Ge⸗
ſchichte mitzutheilen.““ Se „Meine Geſchichte,«⸗ verſetzte er mit einem
bittern Lächeln,„würde Ihren Schlaf mit kei⸗
nen ſüßen Träumen ſchmücken,— Ihr Haar würde ſich emporſträuben, und Sie würden
ſchmerzlich Ihre Bitte bereuen;— ich aber
darf ſo das Recht der Gaſtfreiheit nicht ver⸗ letzen. Mein Gaſt muß ruhig unter meinem Dache ſchlafen.— Morgen aber, morgen, be⸗ vor Sie aufbrechen, ſollen Sie die Geſchichte meines Lebens erfahren!“⸗ 1
Ich ſchritt hinaus und warf mich auf mein Lager, aber ich konnte keinen Schlaf finden. Von Zeit zu Zeit vernahm ich in dem angren⸗ zenden Gemache ein Geräuſch, dann aber war wieder alles ruhig. Endlich ſchlug die Uhr fünf und nun konnte ich mein Verlangen mehr über meinen geheimnißvollen Wirth zu erfahren, nicht länger zügeln; ich ſprang von meinem Lager empor und öffnete die Thür, die in das an⸗ grenzende Zimmer führte. Der Räuberhaupt⸗ mann ſaß noch immer vor dem Kamin, und ſtarrt in die verlöſchende Gluth.„Sie haben
nicht geſchlafen,“ ſprach er aufſchauend zu mir


