Florencia bas ſechzehnte Jahr erreicht hat⸗
te, beſaß ſie alle jene Reize; die ihre Landsmän⸗
ninnen auszeichnen; und der Jüngling von acht⸗
zehn Jahren ſchauete nunmehr auf ihr ausdrucks⸗
volles, ſchwarzes Auge, auf ihre dunkeln, vol⸗
. len Locken, und auf ihre unbeſchreibbar ſchöne Geſtalt mit ihm bisher unbekannten Gefühlen. Empfindungen, welche bald zu einer ſo hefti⸗ gen, feurigen Liebe reiften, wie ſie ſein leb⸗ hafter, ungezügelter Geiſt nur zu hegen ver⸗ mochte. Seine Leidenſchaft ward im vollen Maaße von Flovencia erwiedert; aber wenn gleich die zärtlichen Gefühle der beiden jungen Leute gegen einander mit jedem Tage, ja faſt mit jeder Stunde wuchſen, blieb ihnen dennoch die ganze Schüchternheit und Zrüizaltan den erſten Liebe eigen.
Mit Regierungsgeſchaͤften überhäuft, und/ gefoltert von jener unerſättlichen Habſucht, wel⸗ che ſelbſt die glänzendſten Heldenthaten der Spa⸗ nier in Amerika verdunkelt, ſchien ſich Val⸗ divia nur wenig darum zu bekümmern, was in ſeinem Hauſe vorging; während Donna Juanna, welche faſt mit Abgötterei die Toch⸗ ter liebte, die ihr von ihren altern Kindern


