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Erzählungen, Mährchen, Sagen und Schwänke / von Georg Lotz
Entstehung
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woͤhnlicher Friſche und Lieblichkeit. Spielend bewegte ein leiſer Weſt das reiche dichte Laub, welches vom Ufer des Fluſſes an, die Waͤnde der Berge bis hoch zu ihren Gipfeln hinauf bekleidete; waͤhrend der Rye, bald von Baͤumen uͤberhaͤngt, bald aus ſeiner Ober⸗ flaͤhe den Schein der untergehenden Tageskoͤnigin wiedergebend, ſanft durch das Thal hinmurmelte.

Wenige Landſchaften nur in der That entfalten ein ſo hehagliches Gemiſch von pitoresken und laͤnd⸗ lichen Schoͤnheiten, als das kleine freundliche Rye thal, wo ſich die Geſchichte zugetragen, die ich mei⸗ nen freundlichen Leſern jetzt mitzutheilen geſonnen; denn in der Mitte der es umgebenden ſteilen, mit Baͤumen bedeckten, Berge, legen mehrere anzie⸗ hende Haͤuſergruppen, uͤber welche, wie ein Denk⸗ mal aus grauer Vorzeit, eine herrliche alte Kloſter⸗ ruine hervorragt. Das Dorf Rivaulx beſtand naͤm⸗ lich aus einer Anzahl kleiner laͤngs dem Ufer des Rye hin gelegenen Wohnungen, die aus Lehm ge⸗ bauet, mit Stroh bedeckt waren, und von denen eine jede ihren eigenen kleinen Garten hatte.

Was aber dieſes entzuͤckende Thal, wenigſtens fuͤr den Verehrer der Ueberreſte des Alterthums, am an⸗

ziehendſten machte, war die oben erwaͤhnte Ruine der Abtey, von der noch das Cyor, einige Ueber⸗ reſte des Thurms und die vormalige Wohnung des