- 202—
Beide, Lady Margarethe Vernon und der Fremde ſind vielleicht ſchuldlos.“
„Ach Eduard!“ ſprach der Ritter, indem er die Hand ſeines Bruders erfaßte, und ſie mit In⸗ nigkeit druͤckte,„Deine Worte ſind Balſam fuͤr mein Herz. Ich will ſie wenigſtens ſo lange fuͤr ſchuldlos halten, bis ich ſie ſchuldig befunden.
Ich muß Beweiſe haben, klare, unwiderlegbare
Beweiſe, bevor ich Margarethe Vernon der Treu⸗ loſigkeit anklage.“
„Der Himmel gebe, daß ſie rein ſey, wie die neuaufgebluͤhte Lilie,“ rief Eduard Stanley in einem ſcheinbar theilnehmenden Tone,„um Dei⸗ netwillen wuͤrde es mich unendlich erfreuen! Um aber genau zu unterſuchen, mußt Du ruhig ſeyn, Heftigkeit wuͤrde alles verderben. Iſt Lady Mar⸗
garethe ſchuldlos, kann die Pruͤfung ihrer Treue ihr
keinen Nachtheil bringen— iſt ſie aber ſchuldig—“ „Ol ſprich das Wort nicht aus,“ rief Sir Thomas in unbeſchreibbarer Angſt. „Deine Ehre muß rein erhalten werden, Bru⸗ 5 der,“ fuhr der Verraͤther in einem feſten Tone


