Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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Fehler, wogegen meine Tante zu allen Zeiten einen tiefen Abſcheu gehabt haben muß, und vielleicht, weil ſie ſich in der Nothwendigkeit befand, oder zu befinden glaubte, ihre Ge⸗ fuͤhle daruͤber zum Theil zu verbergen, war ihre natuͤrliche Bitterkeit geſchaͤrft worden.

Was fuͤr Fehler indeß der Hauptmann auch gehabt haben mag, er bekuͤmmerte ſich wenigſtens gar nicht um die Erziehung, die ſeine Schwaͤgerinn uns in der fruͤheſten Kind⸗ heit gab. So bald wir gehen konnten, wur⸗ den Kaͤthchen und ich jeden Sonntag in die Kirche gefuͤhrt, wo wir an der Seite meiner Tante ſaßen, bis zu Ende des Gottesdienſtes, der ſelten kuͤrzere Zeit als fuͤnf Stunden dauerte. Die Abendſtunden dieſes Tages wa⸗ ren zwiſchen dem Auswendiglernen von Pſal⸗ men und ganzen Abſchnitten der Bibel und dem Leſen des Landeskatechismus getheilt, ei⸗ ne Beſchaͤftigung, die ſchwerlich dazu taugt, eine junge Fantaſie anzuziehen. Auch nur einen Blick auf ein Buch zu werfen, das nicht im ſtrengſten Sinne erbaulich war, galt fuͤr die aͤrgſte Suͤnde, und es war uns nicht einmahl vergoͤnnt, in den Garten zu geyen.