Teil eines Werkes 
1. Theil
Entstehung
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mich aber keiner Zeit erinnern, wo ich ſie nicht ſchon als eine alte Fran betrachtet haͤt⸗ te. Die Witwentracht mag wohl meiſt Schuld daran ſein, denn nur eine Hebe koͤnnte in dieſer abſcheulichen engen Haube und Kopf⸗ huͤlle jung ausſehen. So viel aber iſt gewiß, ſie zeigte waͤhrend der erſten Jahre unſrer Be⸗

kanntſchaft immer ſo viel Kaͤlte, Zuruͤckhal⸗

tung und Verdruß in ihren Zuͤgen und in ih⸗ rem Benehmen, daß es mehr als genug war, ſo jungen Augen als den meinigen das Bild des Alters zu zeigen, ſelbſt wenn ſie mit al⸗ len Regenbogenfarben geſchmuͤckt geweſen

waͤre.

Im Ganzen konnte ſich der Hauptmann, mein Vater, mit ſeiner Schwaͤgerinn in der Fuͤhrung ihrer gemeinſchaftlichen Wirthſchaft ſehr gut vertragen; eben ſo gewiß aber iſt es auch, daß die kleine Katharine zwar einen Vater in dem meinigen fand, mir hingegen es nie war, als ob ich eine Mutter in der ihrigen gehabt haͤtte. Man erwies mir alle moͤgliche Sorgfalt und anſcheinend alle Freund⸗ lichkeit, aber es iſt unmoͤglich, ein Kind in gewiſſen Dingen zu hintergehen. Ich bemerk⸗