1.
Aus dem Hauſe einer Univerſitätsſtadt heraus ſtrömte der Jubelnden Geſang weit hinab in die horchende Straße. Eben endigte das Räuberlied:
„Dann trinken wir voll Muth und Kraft „Selbſt mit dem Schwarzen Brüderſchaft „Der in der Hölle thronet— 4
und gewaltige Bäſſe ſtiegen hinab in die Tiefe, und wiederholten aus Contra⸗Kehlen:„Der in der Hölle thronet!“ Da ſchlich ſich Seebald, ein Jünger der Themis, aus dem Hauſe heraus, und ſah beym Mondenſchein nach ſeiner Uhr.„Pereant die Tückmäuſer!“ hörte er drinne rufen, und eine Stimme brüllte zum Fenſter heraus:„Philiſter Seebald— viel Complimente ans Kopfkiſſen und an den lieben Schlafrock!“— Aber dieſer ver⸗
doppelte ſeine Schritte, denn er hatte mit Schreke
ken an ſeiner Uhr geſehen, daß es ſchon halb 11
Uhr war. Wie ich mich nur ſo kann verleiten
laſſen! ſagte er zu ſich ſelbſt: Gottlob, es iſt das A 2


