„Sie hat ihren Vater betrogen, und kann Dich betrügen“ las der Freiherr von Wieden, und ließ, von dem Gedanken betroffen, das Buch in den Schooß ſinken. Und kann Dich betrügen! wieder⸗ hohlte er nach einer Pauſe. Welcher böſe Geiſt bringt mir das Buch gerade in dieſem Augenblicke in den Weg? Und unterſtrichen iſt die Zeile, als hätte ſie mir ja nicht entgehen ſollen.— Und kann Dich betrügen! ſprach er noch einmahl und legte den Kopf in die Hand.
Die Stimme der beiden Kinder ſeines Jägers, die ihm einige Rebhühner getragen hatten, ſtörte ihn endlich aus ſeinen Träumereien.— Können wir nun gehen, gnädiger Herr? fragte das Mädchen.
Ach Ihr ſeid noch da, liebe Kinder! erwiederte der Freiherr. Komm Luischen! Nicht wahr, das iſt ja dein Nahme?
Nein, Julchen heiß' ich, erwiederte lächelnd das Mädchen. Luiſe heißt meine älteſte Schweſter.


