155 te. Als ſie aufſtanden, den Born zu verlaſſen, wo iſie ihren Bund geſchloſſen, pfiff ploͤtzlich ein Pfeil durch die Luft und traf einen Na⸗ ben, der auf dem duͤrren Aſte einer alten Ei⸗ che ſaß, nicht weit von ihrem Ruheplatze. Der verwundete Vogel flatterte noch eine Weile und fiel vor Luzien nieder, deren Gewand ſein Blut beſpruͤtzte.
Das Fraͤulein war hoͤchſt erſchrocken. Ed⸗ gar ſah ſich beſtuͤrzt und unmuthig uͤberall nach dem Schuͤtzen um, der ihnen einen eben ſo unerwarteten als unerwuͤnſchten Beweis ſeiner Geſchicklichkeit gegeben hatte. Es zeig⸗ te ſich bald, daß es Niemand anders war, als der muntre Heinrich, der, mit der Armbruſt in der Hand, herbeigelaufen kam.
Ich wußte wohl, daß ich Euch erſchrecken wuͤrde, ſprach Heinrich. Ihr waret ſo ver⸗ tieft, daß Euch, wer weiß was, haͤtte auf den Kopf fallen koͤnnen. Was ſagte der Jun⸗ ker zu Dir, Luzie?
Ich erzaͤhlte Eurer Schweſter, ſprach Edgar,


