Teil eines Werkes 
3. Theil (1833)
Entstehung
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Rath ſelbſt, dem die Ankunft der bewaffneten Macht Muth gab, trat aus ſeinem Zimmer, um Alles zu erzaͤhlen.

Da er keinen Harniſch bei der Hand gehabt und einen ploͤtzlichen Ueberfall beſorgte, ſo hatte er ſich ein großes Kiſſen vor den Bauch gebunden, und ein anderes als Schild in die Hand genom⸗ men, um noͤthigenfalls den Kopf damit zu decken, und war ſolchergeſtalt hieb⸗ und ſtichfeſt.

Eine Verſchwoͤrung, die vielleicht die Stadt, den Staat, Deutſchland, ja Europa bedroht kraͤhete er mit emporgerecktem Halſe in groͤßter Haſtund die in meinem Hauſe ihren Sitz hat. Ich glaube, daß in dieſem Augenblicke einige Raͤdelsfuͤhrer bei mir feſtgenommen und gleich ge⸗ raͤdert werden koͤnnten. Es handelt ſich um ein geheimes Gericht, eine ſogenannte heilige Vehme, und raͤthſelhafte Weſen, wie z. B. Juden in Schraͤnken, ſind vorhanden, deß bin ich gewiß. Daher thun Sie Ihre Pflicht, meine Herren mit Ober⸗ und Untergewehr!

Bei dieſen Worten uͤbergab er den Schluͤſſel und der Schrank wurde geoͤffnet.