—
315
ſamkeit und ich beobachtete die dunklen Kolonnen, wie ſte
in das Thal hinabzogen, während der Donner der Ar⸗ tillerie ſie unaufhörlich umtobte. Zur Rechten von Neys Angriff rückte d'Erlon mit 3 Diviſtonen und der Artil⸗ lerie der Garde vor. Gegen dieſen Theil des Feldes lenkte mein Begleiter hin. General Vaſſeur wünſchte zu wiſſen ob die Truppen auf der Straße von Brüſſel Eng⸗ länder oder Hanoveraner ſeien, und ich ſollte die Frage beantworten. Wir ritten von Viereck zu Viereck, bis wir uns endlich auf der Flanke von d'Erlons Diviſion befanden. La Vaſſeur, der an der Spitze ſeiner Küraſſiere nur auf den Befehl zum Angriff wartete, winkte uns ungeduldig mit ſeinem Degen. Wir waren jetzt rechts auf der Hauptſtraße und ungefähr vierhundert Schritte vom Gipfel des Hügels entfernt, auf welchem, nur durch eine unbedeutende Hecke geſchützt, Picton mit Kempts Bri⸗ gade den Angriff erwartete.
Juſt in dieſem Augenblick fand ein Ereigniß ſtatt, das an und für ſich eine der glänzendſten Waffenthaten des Tages war und meinem Schickſal eine unerwartet günſtige Wendung gab. Die Spitze von d'Erlons Ko⸗ lonne ſtürmte mit gefälltem Bajonett den leichten Ab⸗ hang hinan. Schon weicht das belgiſche Fußvolk. Die wackern Braunſchweiger, überwältigt durch die ſchwere franzöſiſche Reiterei, beginnen zu wanken, werden durch⸗ brochen, ziehen ſich in Unordnung zurück und hinter ih⸗ nen her donnert ein Wirbelwind von verfolgenden Schwa⸗ dronen. En avant! en avant! toujours la victoire est à nous! erſcholl es wild durch die ungeduldigen Rei⸗ hen, und die Artillerie wird beordert auf die brittiſchen Vierecke zu ſchießen, welche ſtarr und unbeweglich den Anprall der Küraſſiere ausgehalten hatten. Gleich ei⸗ nem Donnerkeil ſtürmt die fliegende Artillerie vor die Front, aber kaum hat ſie den Fuß der Anhöhe erreicht, als die Kanonen tief in den Lehmboden einſinken und die Räder nicht mehr umgehen. Vergebens peitſchen und ſpornen die Treiber ihre ſich abplagenden Thiere; voll


