Teil eines Werkes 
9. bis 13. Bändchen (1846)
Entstehung
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unter ſolchen Umſtänden wohl thun würden, mein Pferd nur um ſo ſtärker angetrieben. Gänzlich erſchöpft fiel ich jetzt ſogleich auf dem Sopha in tiefen Schlaf. Als ich erwachte, war Alles dunkel um mich her, nur die Holzkohlen im Kamin flimmerten ein wenig, und einige Augenblicke konnte ich mich nicht beſinnen, wo ich war. Allmälig jedoch kehrte mein Bewußtſeyn zurück, und nachdem ich über meine Lage ſowie über ihre möglichen Folgen Betrachtungen angeſtellt, war ich eben im Be⸗ griff von Neuem einzuſchlafen, als plötzlich die Thüre ſich öffnete und auf dem Fußboden ein ſchwerer Tritt ertönte.

Ich blieb ruhig liegen und ſprach kein Wort, als eine große, in einen Mantel gehüllte Figur auf das Ka⸗ min zutrat, ſich bückte und an den verglimmenden Koh⸗ len ein Licht anzuzünden ſuchte.

Es koſtete mich wenig Mühe, ſelbſt in dem Däm⸗ merlichte den Major zu erkennen; ein Fluch über das Licht, ausgeſtoßen mit einer Energie, die bei ſo gering⸗ fügigen Dingen nur einem Irländer eigen iſt, gab mir hierüber bald vollkommene Gewißheit.

„Hol der Teufel den Commiſſär und den Regiments⸗ lichterzieher! So, brennſt du endlich!“

Mit dieſen Worten ſtand er auf, aber als ſeine Blicke jetzt auf mich ſielen, ſprang er ein paar Schritte zurück und rief—„Heilige Mutter Gottes, was iſt das!—“ und zugleich bekreuzte er ſich brünſtiglich. Mein bleiches, eingefallenes Geſicht hatte, als es ihm ſo plötzlich aufſtieß, den würdigen Major an einen über⸗ irdiſchen Beſuch glauben laſſen; ein herzliches Gelächter, das ich nicht unterdrücken konnte, war meine einzige Antwort, und im nächſten Augenblick drückte O'Shaugh⸗ neſſy meine Hand feſt wie eine Stahlſchraube.

„So wahr ich lebe, ich hielt Sie für einen Geiſt, und wenn Sie noch eine Minute länger geſchwiegen hät⸗ ten, ſo würde ich Ihnen ein chriſtliches Begräbniß und ſo viele Seelenmeſſen verſprochen haben, als mein Oheim,