einer baufälligen Baracke mit zerfallenen Mauern und wankenden Schornſteinen ſein Haupt niederlegen ſoll. Kehret Ihr vom Morgenſpaziergang oder einem Nachmittagsritte zurück, ſo ſucht Ihr umſonſt auf dem Kamin nach einem Regenſchauer von Viſitenkarten und
roſenrothen Einladungsbillets; vergebens fragt Ihr den
Bedienten, ob kein Beſuch da geweſen iſt. Ach, der einzige Gaſt iſt der Umgeldsviſitator geweſen, der Euch zu einem Beſuch in einer Brennerei einladen wollte, zu jener intereſſanten Klaſſe der Bevölkerung, die, da ſie Nichts zu eſſen hat, ſich auf das Studium der Getränke verlegt, im Uebrigen aber ſich um das Leben eines Rothrocks eben ſo wenig kümmert, als Ihr ſelbſt um eine Krähe oder eine Brachſchnepfe. Dies mag über⸗ trieben erſcheinen, aber ich frage nur, ob je einer von Euch, um ſeine Sünden abzubüßen, in der Hauptſtadt des Moorlands von Allen einquartiert geweſen iſt, die ſich Philiptown nennt? O, das iſt ein romantiſcher Ort! Man behauptet, ein großer Theil des Ausdrucks in dem göttlichen Menſchengeſichte hänge von den Gegen⸗ ſtänden ab, die uns beſtändig umgeben. So bekommen die Bergbewohner von der Natur um ſie her ein ge⸗ wiſſes kühnes, waghaftes Gepräge, das gegen den friedſamen, eintönigen Charakter der Thalbewohner ſehr merklich abſticht, und ich muß wenigſtens für den vor⸗ liegenden Fall an dieſe Theorie glauben, denn dort hat ja jeder Mann, jedes Weib und jedes Kind ein braunes, ausgetrocknetes, kruſtiges, torfartiges Geſicht, aus wel⸗ chem deutlich hervorgeht, daß, wenn Adam aus Thon gemacht worden iſt, die Bewohner von Philipstown weit ſchlechter daran waren, indem der Bildner für ſie blos Moorgrund genommen hat.
An einem ſchönen Vormittag mußten der arme Tom und ich aus Birr, wo man nur ewig leben und lieben möchte, aufbrechen, um an dieſem holdſeligen Orte unſer Quartier aufzuſchlagen. Wir wußten noch
Nichts von Philipstown, und wie einſt mein Freund,


