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quält. Welch eine Wohlthat ſollte nicht der Schlaf für jene Klaſſe von Weſen ſeyn, die nichts thun, wenn ſie wach ſind; wie ſollten ſie ſich nach jenen ſchlaftrunkenen Stunden ſehnen, die der Trägheit eine gewiſſe Weihe verleihen; mit welcher Begierde ſollten ſie den Anbruch der Nacht erwarten, den Verboten jener Periode, wo ſie ihren Mitmenſchen gleich werden; und mit welchem Schrecken ſollten ſie jener Zeit entgegen ſehen, wo die geſchäftige Welt munter und wach iſt, und wo ihre Unfahigkeit und Trägheit nur in ſo grelleres Licht treten. Sollte nicht Jedermann ſagen, ſolche Leute wuͤrden na⸗ türlich den Schlaf als ihren Tröſter kultiviren? Sollten ſie nicht ihr Kiſſen als ihren Buſenfreund hätſcheln. Im Gegentheil, gerade dieſe Leute ſind unveränderlich, unſere Frühaufſteher: jedes Haus, wo ich geweſen bin, hat wenigſtens einen dieſer gequälten und quälenden Geiſter, die Marter der Hausknechte— den Schrecken der Mägde gehabt. Ihr chroniſcher Huſten bildet ein Duett mit dem unharmoniſchen Krähen des jungen Hahnes, der in Ermanglung beſſerer Kenntniß den Tag eine Stunde vor der Zeit verkündet. Mit ihren knar⸗ renden Schuhen begleiten ſie das Scheuern der ehernen Kaminplatten und das Ausklopfen der Teppiche, die ſchnarrenden Töne der aufgehenden Läden und das miß⸗ tönige Klirren einer Thorkette; ihr ſchwerer Schritt tönt wie der Tritt eines Alps durch das ganze ſchlafende Haus; und was iſt der Zweck ihres ganzen Treibens? welche Neuigkeit haben ſie erfahren? welche ſchwierige Frage haben ſie gelöst? wen haben fie gluͤclicher, weiſer oder beſſer gemacht? gewiß nicht Betty, die Köchin, deren Morgen⸗Lever von Bettlern ſie aufs Unhöflichſte zerſtreut und verſcheucht haben; auch nicht Marie, die Hausmagd, die, nicht gewohnt, im Negligée ertappt zu werden, den ganzen Tag über ein ſchiefes Geſicht macht, wenn es auch nur ein ältlicher Herr war und Brillen trug; weder Richard, der beim Kerzenſchein ihre Schuhe putzte, noch den ehrwürdigen Kellermeiſter⸗


