Teil eines Werkes 
1 bis 5. Bändchen (1846)
Entstehung
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ſich daſelbſt weder eine Hütte, noch ein Thor— keine Mauer, kein Gehege, keine Umzäunung irgend einer Art. Die niedliche Kultur, die in unſerm Lande überall zu bemerken iſt, wo man ſich einem Hauſe von einiger Bedeutung nähert, fehlte hier gänzlich: die Oberfläche des Weges beſtand theils aus Kies, theils aus feinem Torf; das Gebüſche ſtachliger Diſteln durfte wild wachſen und wucherte an manchen Stellen über die Straße hin⸗ über; die Ausſichten, die ſich hie und da eröffneten, hatte man dem Zufall, keiner Planmäßigkeit, zu ver⸗ danfen: allenthalben üppiger Pflanzenwuchs und reiches Grün, ohne menſchliche Hülfe und Pflege; aber gleich den Kindern des Armen ſchien alles nur um ſo geſun⸗ der und ſtärker, weil es ungeſtört und unbewacht ſeinen eigenen Trieben überlaſſen war. Wenige Schritte von dem Wagengeleiſe ſpielten die Eichhörnchen herum; die Vögel blieben ruhig auf den Bäumen ſitzen, als wir vorüberfuhren, während ich da und dort durch das Laub⸗ werk den prächtigen Farbenſchmuck eines glänzenden Pfauen entdecken konnte, der auf einem Aſte ſaß und ſich mit ſeinen wildern Brüdern der Luft unterhielt, gerade als wenn die Angelegenheit und Abgeſchloſſen⸗ heit des Ortes Vertraulichkeiten geſtattete, die auf der gewöhnlichen Bahn des Lebens unmöglich ſind. Endlich wichen die Bäume weiter und weiter von der Straße zurück, und eine ſchöne, wallende Grasfläche, mit Schafen betupft, ſtreckte ſich vor dem Auge aus. In einiger Entfernung konnte ich das Schloß ſelbſt bemerken — ein maſſives Gebäude in der Geſtalt des Buchſtabens L, von Kaminen ſtarrend, und von Fenſtern jeder Groͤße und Geſtalt durchbrochen; rings herum waren Zier⸗ ſträuche und Fruchtbäume angepflanzt, und kleine Blu⸗ menbeete beſprengelten den glatten Torf, wie Sterne das weite Gewölbe des Himmels. Die Maas wand ſich auf drei Seiten um das Schloß, und vielleicht aus dieſem Grunde blieb es mit einem Graben verſchont, denn ohne